Segelschulschiffe: Den Umgang mit Großseglern in der Praxis lernen
Um kleine Segelboote für das private Vergnügen zu fahren, können in wenigen Stunden oder Tagen Bootsführerscheine für Binnen- und Küstengewässer erworben werden. Der Umgang mit einem Großsegler ist allerdings wesentlich komplizierter und bestimmte Berufe, wie zum Beispiel bei der Marine oder in der Handelsschifffahrt, müssen sich mit den gewaltigen Schiffen erstklassig auskennen. Daher absolvieren Anwärter auf diese Berufe ihre Ausbildung auf Segelschulschiffen. Segelschulschiffe sind in der Regel Großsegler, die entweder für den reinen Personentransport oder auch für das Führen von Fracht konzipiert sind.
Segelschulschiffe für Marine und Handelsschifffahrt
Segelschulschiffe werden unter anderem von der deutschen Marine, aber auch von den Marinen anderer Staaten eingesetzt, um ihre Kadetten auszubilden. In der Regel dauert diese Ausbildung mehrere Wochen bis Monate, die auf hoher See verbracht werden. Die Kadetten leben auf den Schulschiffen neben einer Stammbesatzung, welche für die praktische Unterweisung sowie für das Führen des Bootes in schwierigen Situationen verantwortlich ist. Die meisten Segler, die heute als Schulschiffe unterwegs sind, sind nicht von vorneherein als solche konzipiert gewesen. Häufig wurden sie nach ihrem Einsatz in der Marine oder in der Handelsschifffahrt zum Schulschiff umgebaut. Eine Ausnahme ist das Segelschulschiff Gorch Fock der deutschen Marine. Ein Beispiel für einen umgebauten Frachtsegler bietet die Krusenstern. Auf diesem Schiff kann nicht nur Besatzung, sondern eben auch Fracht transportiert werden und der seemännische Nachwuchs lernt damit nicht nur die Navigation und den Umgang mit den Segeln, sondern auch das Löschen von Fracht.
Kaum noch Schulschiffe für die Handelsschifffahrt
Weniger gebräuchlich als in der Marine sind Segelschulschiffe für Handelszwecke. Moderne Handelsschiffe sind mittlerweile technisch so modern ausgerüstet, dass sie eine gewöhnliche Besatzung kaum noch benötigen. Seeleute, die einen Beruf in der Handelsschifffahrt ergreifen möchten, lernen die praktischen Herausforderungen meist über Praktika oder eine Ausbildung zum entsprechenden Beruf kennen, die auf nicht speziell als Schulschiffen ausgewiesenen Seglern durchgeführt wird. Eines der letzten deutschen Segelschulschiffe für die Handelsschifffahrt in Bremen, die Deutschland, liegt bereits seit 2001 still und dient heute vor allem als Touristenattraktion.