Gorch Fock 2: Das bekannteste Segelschulschiff der Marine
Das wohl berühmteste Segelschulschiff der deutschen Marine ist die Gorch Fock, oder genauer die Gorch Fock 2. Das Schiff, das heute auf den Weltmeeren unterwegs ist und Nachwuchs-Seeleuten alle wichtigen Handgriffe beibringt, ist nämlich bereits ein Schwesterschiff der Gorch Fock 1. 1958 wurde der als Bark getakelte Großsegler für die neu gegründete Bundesmarine gebaut. Heute gibt es insgesamt sechs Schwesterschiffe, die alle demselben Aufbau folgen, aber leicht unterschiedliche Größen haben. Die Gorch Fock 2 ist das jüngste der Schiffe dieser Baureihe. Ausgebildet werden auf den sechs Segelschulschiffen alle angehenden Offiziere der Deutschen Marine, ebenso Unteroffiziere. Die Gorch Fock 2 ist nicht nur Schulschiff, sondern dient bei Auslandsreisen auch als diplomatischer Botschafter Deutschlands.
Die Gorch Fock 2: Auf See seit 1958
Gebaut wurde das Segelschulschiff in der Werft Blohm & Voss in Hamburg, die Baukosten für den Großsegler lagen damals bei 8,5 Millionen Mark. Heimathafen des Seglers ist allerdings Kiel. Das Schiff verfügt über einen Stahlrumpf und ist insgesamt 89,3 Meter lang und 12 Meter breit; der Tiefgang liegt bei 5,35 Metern. 222 Mann Besatzung finden auf dem großen Segelschiff Platz. Mit einer Leistung von 1.660 PS erreicht die Gorch Fock 2 eine maximale Geschwindigkeit von 12 Knoten. Getakelt ist der Dreimaster als Bark; das bedeutet, dass der vordere Mast Rahsegel trägt, die hinteren beiden Masten dagegen Gaffsegel. Die Besatzung für eine sichere Bedienung kann bei dieser Takelung geringer gehalten werden, außerdem bringen als Bark getakelte Schiffe mehr Geschwindigkeit aufs Wasser.
8,5 Millionen Mark teure Konstruktion mit hohen Sicherheitsvorkehrungen
Benannt wurden die Segelschulschiffe der Deutschen Marine nach dem bekannten Schriftsteller Gorch Fock, eigentlich Johann Kinau, dessen Erzählungen und Theaterstücke das Meer und die Seefahrt als zentrales Thema haben. Gorch Fock kam bei einem tragischen Schiffsunglück ums Leben; um Unglücke mit dem nach ihm benannten Schiffen zu vermeiden, wurde beim Bau auf Sicherheit größten Wert gelegt. Für eine stabile Seelage sorgen bei der Gorch Fock 2 300 Tonnen Eisenbalast im Rumpf. Rumpf, Masten und Rahen bestehen außerdem aus Stahl. Während der Ausbildungsfahrten besteht die Stammbesatzung aus 83 Personen, darunter elf Offiziere. Die Ausbildung auf der Gorch Fock 2 und ihren Schwesterschiffen dient vor allem den ersten praktischen Erfahrungen der Marinesoldaten. Für die eher technische Ausbildung stehen dagegen andere Schulschiffe der Zerstörerflotte zur Verfügung.