Schulschiff Deutschland: Das letzte deutsche Vollschiff

Viele Jahre lang diente das Schulschiff Deutschland der Handelsschifffahrt als Ausbildungsstätte auf See. Heute allerdings liegt der Dreimaster still und ist heute als maritimes Denkmal in Vegesack zu besichtigen. Vom Stapel lief das Schiff bereits 1927, gebaut von der Werft Tecklenborg in Geestemünde. Der Dreimaster erreicht eine Länge von 86 Metern und eine Breite von 12 Metern. Der Tiefgang betrug maximal 5,18 Meter betragen. Ursprünglich war eine Besatzung von acht Offizieren, zehn Unteroffizieren und 140 Mannschaften an Bord unterwegs. Das Schulschiff Deutschland ist das letzte deutsche Vollschiff, also das letzte Schiff mit drei ausschließlich mit Rahsegeln getakelten Masten.

Die Geschichte des Schulschiffs Deutschland

Das Schulschiff Deutschland war das vierte deutsche Schulschiff, das gebaut wurde. Die Bezeichnung Schulschiff ist offizieller Bestandteil des Namens, da zum Zeitpunkt des Baus bereits ein Kriegsschiff der Marine mit dem Namen Deutschland geplant war. Die Ausbildungsfahrten führten das Schulschiff Deutschland in den Jahren zwischen 1927 und 1939 nach Übersee, einige Ausbildungsfahrten wurden allerdings auch in der Nord- und Ostsee unternommen. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam der Segler nur noch in der Ostsee zum Einsatz. Ende des Zweiten Weltkrieges sollte das Schiff eigentlich, genau wie die ehemalige Padua und heutige Krusenstern, als Reparationsleistung an die Alliierten abgetreten werden. Da das Schulschiff Deutschland allerdings kurzzeitig als Lazarettschiff eingesetzt wurde, wurde auf die Abtretung verzichtet.

Heute dient das Schulschiff Deutschland als Touristenattraktion

Der Einsatz des Seglers als Schulschiff wurde 1952 in Bremen wieder aufgenommen. Allerdings unternahm das Schulschiff Deutschland keine Ausbildungsfahrten mehr, sondern diente als stationäres Ausbildungsboot. Eine Anerkennung als schwimmendes Denkmal erfolgte 1995. Bereits seit diesem Jahr liegt das Schulschiff Deutschland auch bereits in Bremen-Vegesack, wo es bis 2001 zunächst noch als Wohnstätte der hier ausgebildeten Schiffsmechaniker diente. Heute ist es lediglich noch als schwimmendes Museum zu besichtigen. Dort können Gäste allerdings nicht nur den prächtigen Dreimaster bewundern, sondern auch Übernachtungen buchen oder sogar Hochzeiten feiern.