Die Barkasse: Vom Beiboot zum Ausflugsschiff

Wer schon einmal eine Hafenrundfahrt in Hamburg gemacht hat oder in Berlin über die Spree geschippert ist, saß dabei mit Sicherheit in einer Barkasse. Dieser Bootstyp zeichnet sich rein optisch durch seine überdachte Führerkabine und die an beiden Seiten im Freien gelegenen Bänke für Passagiere aus. Bei modernen Barkassen gibt es zudem auch überdachte Sitzplätze, auf denen die Gäste auch bei Regenwetter die Ausfahrt genießen können. Außer für Rundfahrten werden Barkassen in Häfen und auf Kanälen auch als Arbeitsboote eingesetzt, die Lasten transportieren oder schleppen Schuten, die traditionellen Transportmittel für schwere Lasten.

Die Geschichte der Barkasse

Ursprünglich hatte die Barkasse allerdings eine ganz andere Aufgabe: Sie diente lange Zeit als größtes Beiboot auf einem Kriegsschiff. Ihr Name entstammt dem Italienischen, wo das Wort barcaccia so viel wie Großboot bedeutet. Mit der Barkasse wurde für die Besatzung des Kriegsschiffes zum Beispiel Trinkwasser herbeigebracht oder sie wurde für Landgänge genutzt. So eine Barkasse erreichte eine Länge von etwa 12 Metern und konnte damit schon eine beachtliche Anzahl von Personen transportieren. Untergebracht waren die Barkassen auf den Segelschiffen zwischen Fog- und Großmast. Damals waren Barkassen noch Segelboote, ausgestattet mit 14 bis 16 Riemen und Rahsegel, Lugsegel oder Gaffsegel. Heute ist eine Barkasse in aller Regel ein leichtes Motorboot.

Mit einer modernen Barkasse im Hafen unterwegs

Seit dem 19. Jahrhundert waren vor allem die kleinen und wendigen Arbeits- und Personenschiffe im Hafen als Barkasse bekannt. Die Barkassen, die für Hafenrundfahrten oder für Arbeiten am Hafen eingesetzt werden, müssen besonders robust sein, um dem Gezeitenwechsel standzuhalten. Die Tide zerren stärker an den Booten als eine herkömmliche Strömung; dem müssen sowohl die Bauform als auch die Motoren der Schiffe etwas entgegenzusetzen wissen. Die moderne Barkasse, die für Ausflugsfahrten genutzt wird, verfügt über einige Annehmlichkeiten. Dazu gehören unter anderem abnehmbare Sonnenverdecke, Sanitäranlagen und Sprechanlagen, über welche der Kapitän auf besonders beachtenswerte Sehenswürdigkeiten aufmerksam macht.