Die unterschiedlichen Formen der Reedereien

Als Reedereien bezeichnet man im Allgemeinen Transport- und Schifffahrtsunternehmen, die Schiffe sowohl auf Binnengewässern als auch auf Seegewässern unterhalten. Es gibt verschiedene Arten von Reedereien, wobei vor allem zwischen dem Unternehmen und der Rechtsform unterschieden werden muss. Die Rechtsform nennt sich offiziell Partenreederei und ist dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Mitreeder ein ihnen gemeinsam zustehendes Schiff zum Erwerb durch die Seefahrt betreiben. Davon zu unterscheiden ist weiterhin die Linienreederei, die Schiffe für Linienfahrten, also Containerfahrten, Stückgutfahrten und zum Transport rollender Ladung einsetzt. Im Gegensatz zu einer Partenreederei muss einer Linienreederei das Schiff nicht selbst gehören, es kann auch gechartert sein.

Reedereien als Rechtsform und im allgemeinen Verständnis

Die meisten Unternehmen, die heute als Reedereien bezeichnet werden, haben mit der Partenreederei laut Handelsgesetzbuch wenig zu tun. Eine Partenreederei zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass sie ein Verbund mehrerer Gesellschafter ist, die gemeinsam ein einzelnes Schiff besitzen. Heute werden in der allgemeinen Umgangssprache unter Reedereien eher Gesellschaftsformen verstanden, die mehrere Schiffe in Betrieb haben und diese einsetzen, um mit ihnen Geld zu verdienen. Das kann sowohl durch Frachtschiffe als auch durch Kreuzfahrtschiffe erfolgen. Für den internationalen Handel werden Schiffe schon seit frühesten Zeiten eingesetzt; jünger ist dagegen die Geschichte der Passagierschifffahrt, mit der sich viele Reedereien in heutiger Zeit beschäftigen.

Die Passagierschifffahrt: Wichtige Einnahmequelle für Reedereien

Die Geschichte der Passagierschifffahrt begann in erster Linie in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit Auswanderungen von Europa nach Amerika. Von Hamburg bis Amerika dauerte die Überfahrt damals 110 Tage und war eine wichtige Einnahmequelle der Reedereien. Mit dem Aufkommen des Passagierflugzeuges verlor die Überseefahrt allerdings zunächst an Bedeutung. Einen Ausweg bot die Idee von Albert Ballin, der Ende des 19. Jahrhunderts Direktor der Reederei Hapag – heute Hapag Lloyd – war. In den Wintermonaten, in denen die Atlantik-Überquerung zu gefährlich war, ließ er die Schiffe nicht im Hafen liegen, sondern veranstaltete Vergnügungsfahrten. Das war die Geburtsstunde der modernen Kreuzfahrt. Noch bis etwa in die 1970er Jahre waren die Kreuzfahrten vor allem vermögenden Reisenden vorbehalten. Das Ausbleiben von Fahrgästen ließ die Reedereien jedoch ihren Kurs ändern und bezahlbarere Seereisen kamen in Mode. Vorangetrieben wurde dieser Trend in den 1990er Jahren vor allem von der noch recht jungen Reederei AIDA Cruises, die ein junges und modernen Publikum als Zielgruppe ins Visier nimmt.