Beluga Reederei, ehemals die größte deutsche Schwergutflotte
Benannt nach dem Weißwal, von dem auch der Kaviar stammt, wurde die 1995 gegründete Beluga Reederei mit Sitz in Bremen, auch als Beluga Shipping bekannt. Die Beluga Reederei legte ihren Schwerpunkt auf den Schwerlasttransport über See; Gründer und Geschäftsführer waren bis 2011 Erhard Koschorreck und Niels Stollberg. Nach einer Betrugsermittlung gegen Stollberg sowie eines Umsatzrückgangs musste das Unternehmen 2011 allerdings Insolvenz anmelden und befindet sich zurzeit im Ausverkauf.
2011 musste die Beluga Reederei Insolvenz anmelden
Zur Beluga Reederei gehörten die Beluga Shipping GmbH, die Beluga Chartering GmbH sowie weitere Unternehmen, die sich um den Frachttransport auf dem Seeweg kümmerten. Als erstes stellte die Beluga Chartering GmbH, oft als Herzstück der Bremer Beluga GmbH betrachtet, den Insolvenzantrag, die weiteren Tochterunternehmen und schließlich auch der Mutterkonzern folgten. Die Chartering GmbH unterhielt nicht nur eigenen Schiffe, sondern charterte diese von weiteren Unternehmen. Diese Partner zogen nach Bekanntwerden der Insolvenz ihre Schiffe zurück, sodass die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens immer größer wurden. Bis zur Insolvenz unterhielt die Beluga Reederei die größte deutsche Schwergutflotte, mit 55 dauerhaft gecharterten und 22 eigenen Schiffen.
Unternehmensgeschichte der Beluga Reederei
Die ersten Jahre der Beluga Reederei waren so auch vom Erfolg geprägt: Innerhalb nur weniger Jahre stieg das erst 1995 gegründete Unternehmen zum Weltmarkführer im Schwerguttransport auf und beschäftigte gut 1.3000 Menschen an verschiedenen Standorten auf der ganzen Welt. Zum Hauptsitz in Bremen wurden nach nur wenigen Jahren Zweigstellen in Brasilien, Singapur, Hongkong, Shanghai und Houston. Die Beluga Reederei konzentrierte sich auf die Tramp-Schifffahrt, die Schiffe fuhren also nicht nach festen Fahrplänen und auf festen Routen wie bei der Linienschifffahrt, sondern die Routen richteten sich jeweils nach der geladenen Fracht. Die Flotte wuchs vor allem in den 2000er Jahren noch einmal rasant an und das Unternehmen konnte seinen Umsatz von 2006 auf 2008 sogar verdoppeln. In 2009 fusionierte das Unternehmen mit der US-amerikanischen Kapitalgesellschaft Oaktree Capital Management, um den Flottenausbau weiter finanzieren zu können. Doch die Betrugsvorwürfe um den Gründer und Geschäftsführer Stollberg besiegelten schlie´ßlich die Insolvenz der Beluga Reederei.