Der weiße Panzer namens Packeis

“Eisberg in Sicht!”. Wenn vom Ausguck eines jeden Schiffes in früheren Zeiten das Wort Eisberg heruntergebrüllt wurde, fuhr jedem Mitglied der Bordbesatzung, vom Kapitän bis zum Smutje, der Schrecken durch alle Glieder. Schließlich zerschellten viele Schiffe an Packeis. Um diesem Unglück aus dem Weg zu gehen, hieß es dann alle Maschinen stop, um dann den weißen Eispanzer gekonnt zu umfahren. Wer das Eis zu spät sah, den traf das Schicksal mit voller Breitseite. Das musste nicht nur die Besatzung der legendären Titanic leidvoll erfahren.

Packeis ist das Meereseis schlechthin. Kein anderes Eis kommt in den Gewässer so oft vor. Es bildet sich durch das aufeinandertürmen von Eisschollen. Man muss es sich so vorstellen, wie einen Sandhaufen, den man mit der Schubkarre eigenständig mit Sand aufeinander geschoben hat.

Größe der Fläche hängt von Region ab

Die Häufigkeit von Packeis ist von der jeweiligen Jahreszeit abhängig und auch davon, in welcher Region man sich befindet. Laut offiziellen Angaben wird im arktischen Ozean eine Fläche von 10 bis 13 Millionen Quadratkilometern mit dem Eis bedeckt. Dagegen schwanken die Zahlen im Südpolarmeer zwischen vier und 20 Millionen Quadratkilometern. Nicht nur die Größe der Eisfläche ist unterschiedlich, sondern auch die Dicke. Je nach äußeren Bedingungen kann das Packeis bis zu dreieinhalb Meter dick werden.

Presseishügel sind für die Schifffahrt ein Graus

Immer wieder machen Polarforscher die Entdeckung, dass sich auf dem Packeis sogenannte Presseishügel bilden. Diese Hügel entstehen durch das aufeinanderschieben der Schollen und auch durch die Meeresströmungen, die immer wieder unterschiedlich stark sind. Für die Schifffahrt bedeuten diese Hügel ein großes Ärgernis. Je mehr Hügel sich im Eis, umso unmöglicher wird die Durchfahrt für den Schiffsverkehr. Im schlimmsten Fall muss der Schiffsverkehr eingestellt werden.

Allerdinges stellen vereinzelte Packeisflächen für mächtige Schiffe keine großen Probleme dar. Macht man allerdings auf dem Radar eine geballte Fläche aus, sollte sich der Kapitän schon seine Gedanken machen, wie er diese eisige Klippe umschiffen kann. Für den Fall der Fälle gibt es Eisbrecher, die große Flächen schnell zerstören können. Falls das Schiff im Eis einzufrieren droht, werden Wuhnen im Eis angebracht. Sie sorgen dafür, dass das Schiff nicht von der geballten Kraft des Eises zerdrückt wird.