Schaffermahlzeit gehört zu Bremen wie die Stadtmusikanten
Der Begriff Schaffermahlzeit gehört zur Hansestadt Bremen wie das Denkmal mit den Stadtmusikanten. Dennoch wissen die wenigsten Menschen, sofern sie außerhalb Bremens wohnen, überhaupt etwas mit der Schaffermahlzeit anzufangen. Dabei ist es eines der größten gesellschaftspolitischen Ereignisse in jedem Jahr. Und das schon seit 467 Jahren.
Auch Kapitäne nahmen am Essen teil
Doch was steckt genau dahinter? Als Schaffermahlzeit wird ein Essen bezeichnet, dass traditionell zwischen den Verantwortlichen der bremischen Schiffahrt und den Kaufleuten stattfindet. Eigentlich wird jene Mahlzeit auch als Abschiedsessen bezeichnet. Denn in den Anfängen nahmen an dem Essen nur Reeder, die Kapitäne ihrer Schiffe und Kaufleute daran teil. Abschiedsessen deshalb, weil kurz danach die Kapitäne mit ihren Schiffen wieder ausliefen. Warum sich das Wort Schaffer in den Begriff eingeschlichen hat, liegt einer historischen Bezeichnung zu Grunde.
Nichts wird dem Zufall überlassen
Laut einem Lexikon werden die Teilnehmer des Essens als Schaffer bezeichnet, die mit den Geschäften der Schiffsbruderschaft beauftragten Mitglieder dieses Zusammenschluss waren. Haus Seefahrt ist der Ausrichter der Veranstaltung. Seit Anfang der 50er Jahre findet das traditionelle Essen im Bremer Rathaus statt. Genauer gesagt in der Oberen Halle. Beim Essen läuft alles nach einem strikten Plan ab. Es wird nichts dem Zufall überlassen. Zudem ist auch genau festgeschrieben, wie das jeweilige Tischgedeck auszusehen hat. Zum Gedeck gehört unter anderem Tabak, Streichhölzer, Löschpapier und Pfeffertütchen.
Ehrengast hält am Ende eine Rede
An der Schaffermahlzeit nahmen auch schon verschiedene berühmte deutsche Politiker teil. Unter anderem Theodor Heuss. Er war der erste Bundespräsidet in Deutschland. Weitere Nachfolger von ihm, wie Horst Köhler, waren ebenfalls schon im Rathaus zu Gast. Der Ehrengast hält am Ende der Veranstaltung eine Rede. Wer denkt, dass die Schaffermahlzeit nur eine Veranstaltung ist, um zu sehen und gesehen zu werden, der täuscht sich gewaltig. Schließlich werden die Gäste gebeten für die Stiftung Haus Seefahrt zu spenden.